Gewalt ist ein in der Öffentlichkeit viel diskutiertes Thema. Dabei schlagen regelmäßig die Wogen der Empörung hoch. Und das ist gut so, denn dadurch wird die Gesellschaft sensibilisiert für solche Fragestellungen und viele Menschen tun es dann nicht als normal ab.

Warum gerade im Jugendlichenalter immer wieder die Frage von Gewalt auftaucht, hängt sicher mit entwicklungspsychologischen Fragestellungen zusammen. Darüber hinaus haben sich verschiedene Wissenschaftsdisziplinen mit dieser Frage auseinander gesetzt und verschiedene Erklärungsmodelle entwickelt. Diese hier darzustellen, würde sicher eine Homepage überfordern.

In den Projekten der Landesstelle Kinder- und Jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V. konnten wir aber feststellen, dass es gerade unter Jungen praktiziert wird, gewalthaltige (aber auch andere) Inhalte in der Peergroup herumzuzeigen. In Diskussionen dazu tauchen immer wieder Statements auf wie Mutprobe, das ist cool, besonderer Kick und auch schocken oder provozieren wollen.

Es ist auf jedenfall ein Thema, mit dem die Jugendlichen nicht allein gelassen werden dürfen. Mittlerweile gibt es verschiedene spiel- und medienpädagogische Ansätze, die Medienkompetenzen der Jugendlichen fördern. Dabei spielt auch Medienkritik eine große Rolle.

Wenn sie Angebote finden, von denen Sie denken, dass das nicht in Ordnung ist, wenden sie sich bitte mittels Beschwerdeformular an die LSKJ.

Handyverbot in der Schule

Im März 2006 häuften sich Forderungen verschiedener Politiker, aber auch einiger Experten aus der pädagogischen Forschung (Prof. Jäger), nach einem generellem Handyverbot in der Schule. Nun gut, fordern kann mann ja. Aber wie soll die Umsetzung aussehen? Nur mal in die Praxis geschaut, welchen Effekt soll das haben? Was passiert nach der Schule?

Schülerinnen und Schüler dürfen mit Sex- und Gewaltvideos nicht allein gelassen werden. Diese Phänomene müssen vor allem pädagogisch bearbeitet werden. Dazu gehören Lehrer, Eltern, aber auch Spiel- und Medienpädagogen. In der Auseinandersetzung mit Themen und Technik erwächst kritisches Reflektieren bei den Kindern und Jugendlichen.

Gesetze mit entsprechenden Einschränkungen (Jugendmedienschutz) und Verboten (Strafrecht) sind in diesen Prozessen Orientierung und Norm. Die Wertediskussion in der Gesellschaft kann nicht aus der Schule verbannt werden. Lassen Sie sich auf Diskussionen und Gespräche ein. Bieten Sie Rahmen, in denen Handyprojekte stattfinden können. Unter Angebote finden sich viele Anregungen, die thematisch variiert werden können. Besonders wichtig ist, dass Kinder und Jugendliche die Rolle des passiven Konsumenten verlassen und aktiv, kritisch und kreativ ihre Medien gestalten.

Wie die Thematik Gewaltvideos in einer Schule wahrgenommen wurde und welche Schritte dann unternommen wurden kann man am Beispiel der Alfred-Teves-Schule aus Gifhorn (Niedersachsen) sehr gut nachvollziehen. Von der Entdeckung der Inhalte bis zur Gründung einer Schüler-AG "Saubere Handys" sind alle Schritte gut nachvollziehbar. Unter Nützliches finden Sie noch weitere Linkhinweise zur Schule und zusätzlichen Informationen zu dieser Thematik.

Gewalt-und Sex- Filme auf dem Handy?

"Happy Slapping, Bump- oder Snuffvideos tauchen immer häufiger auf Handys auf. Teilweise sind es sehr harte, brutale oder sextische Filme, die andere Menschen in entwürdigenden Situationen zeigen. Auch werden solche Filme teilweise selber an und in Schulen, Freizeitheimen und auf der Straße gedreht. Das ServiceBureau hat ein kleines Papier erstellt, wo die Problematik aufgezeigt wird und listet mehrere Paragraphen auf, gegen die verstoßen wird, falls jemand solche Filme macht oder auf dem Handy hat."

So beginnt ein Themeneinstieg der Hompage des Jugendinformationsdienstes Bremen, ServiceBureau Internationale Jugendkontakte. Dort hält Markus Gerstmann mit freundlicher Unterstützung durch Arnfried Böker einen Artikel zum Herunterladen unter Info Papier Handyfilme vor.

Dieser Artikel richtet sich an Jugendliche und informiert über einige rechtliche Fragestellungen.

Übrigens: sehr viele aktuell im Umlauf befindliche Handyvideos sind Ausschnitte aus einer Videofilmreihe, die es seit längerem gibt - zuerst auf Video, dann in kleinen Trailern im Internet und mittlerweile im Handyformat. Die ersten Teile dieser Reihe wurden indiziert. Das bedeutet, dass sie Kindern und Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden dürfen und die Werbung hierfür stark eingeschränkt ist. Neuere Teile aus den Neunzigern und 2000 wurden gar beschlagnahmt. Sie sind generell auch für Erwachsene verboten. Trotzdem gibt es immer wieder Menschen, auch im Ausland, die solche Inhalte verbreiten.

Um so wichtiger ist es, unsere Kinder und Jugendlichen nicht nur vor solchen Dingen zu bewahren, sondern ihnen die Möglichkeit eines aktiven Schutzes in die Hand zu geben. Das persönliche Nein-Sagen gehört ebenso dazu, wie die Sensibilisierung und Unterstützung, in der eigenen Gleichaltrigengruppe solche Dinge anzuprangern. Handyprojekte können dazu beitragen.



Die Arbeitsgemeinschaft Kinder und Jugendschutz Landesstelle Nordrhein-Westfalen e.V. hat gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen ein Handymerkblatt herausgegeben, das Sie hier [503 KB] downloden können. (Quelle: www.ajs.nrw.de)

Hinweise zu Möglichkeiten der Umsetzung des Kinder- und Jugendschutzes auch von Seiten der Anbieter von Mobilfunk und Mobilfunkinhalten her finden Sie unter Nützliches in der Rubrik Jugendschutzmaßnahmen.