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Kinder nutzen das Handy anders als Jugendliche. Diese wiederum agieren mit dem Handy anders als Erwachsene. Das scheint trivial. Doch die Erfahrung zeigt, dass die Einschätzungen, wie der tatsächliche Umgang mit dem Handy durch verschiedene Altersgruppen aussieht, tatsächlich nicht immer übereinstimmen. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es sich auch hier um Verallgemeinerungen handelt, die in Einzelfällen nicht zutreffen müssen. Es soll aber versucht werden, mit einigen Vorurteilen aufzuräumen.
Auf die Fragen, was unterschiedliche Zielgruppen konkret mit dem Handy machen, wie sie es nutzen oder welche Vorlieben sie haben, gibt es bislang zwar viele Studien, aber wenige sind für die pädagogische Praxis aufbereitet. Die Wissenschaft beschäftigt sich mit teilweise sehr speziellen Fragestellungen. Forschungsinstitute erheben Daten, die wiederum oft sehr allgemein sind. Wenn man in der pädagogischen Praxis mit dem Handy adäquat umgehen möchte, benötigt man neben den Forschungsergebnissen auch eigene Erfahrungen. Erfahrungen, die den eigenen Zielgruppen entsprechen, die aus der pädagogischen Praxis abgeleitet werden. Im folgenden sind Erfahrungen aus der Projektarbeit der LSKJ dargestellt.
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Ist das wichtig? Für Praktiker ist das sehr wichtig. Stellen sie sich vor, man würde ihr Handy nehmen und mal den Bilderordner, ihre Termine oder ihre SMS-Kommunikation durchforsten. Das empfinden die meisten als Tabubruch, auch Kinder- und Jugendliche. Anders verhält es sich, wenn man z.B. durch die Projektarbeit zum Thema Handy von Kindern das Handy vorgeführt bekommt.
Das Handy ist zum persönlichsten Gegenstand geworden, zum täglichen Begleiter. Meist ist es in der Hosentasche oder zumindest in Reichweite. Und es wird ähnlich wie beim Tagebuch erwartet, dass man die Intimsphäre des Nutzers achtet. Dem widerspricht auch nicht die teils unpassende Kommunikation von Jugendlichen in der Öffentlichkeit.
Das Handy wird also meist als intimster Vertrauter gewertet. Das ist bei allen Altersgruppen ausgeprägt - bei den jüngeren etwas weniger, bei den älternen mehr.
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Kinder nutzen das Handy nicht hauptsächlich als Kommunikationsmittel wie beispielsweise Erwachsene. Wenn Eltern ein Handy für ihr Kind anschaffen, dann geschieht das oft auf Grund des Sicherheitsmotivs. Kinder haben andere Bedürfnisse. Der Handybesitz stellt für viele Kinder einen Ausdruck dar, dass wieder eine Altersstufe erreicht wurde. Guckt mal, ich bin groß, ich habe ein Handy. Telefonieren und SMS spielen noch nicht die größte Rolle. Viel interessanter ist das Handy als neues Spielzeug mit Gestaltungsmöglichkeiten. Das Daddeln mit dem Handy ist für viele Kinder eine der wichtigsten Handynutzungen. Mädchen spielen übrigens auch gern Handyspiele und sind mit den oft vorintallierten Spielen länger zu frieden als die Jungs. Diese wollen öfter neue Spiele haben. Außerdem kann man sich mit Hilfe des Handys in eine Gruppe integrieren. Ich habe auch das Spiel, das Lied oder das Bild. Heute: das Video.
Dieses Wissen ist nützlich, wenn die Frage gestellt wird, welches Handy das Richtige ist. Entsprechen die so genannten Einsteigerhandys den Bedürfnissen der Kinder? Für welche Gefährdungslagen sind Kinder anfälliger als vielleicht Jugendliche? (nach oben)
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Für Jugendliche tritt das Spielzeug Handy oft etwas in den Hintergrund, wobei Spielen dennoch eine wichtige Rolle spielen kann: Wartezeiten überbrücken, Wettkampfsituationen. Kommunikation mit Freunden wird immer wichtiger. Verabredungen werden über SMS getroffen. Aktualität ist angesagt. Wo befinden sich gerade die Freunde, welches ist die gerade angesagte Location. Wichtig für Jugendliche ist die direkte, sofortige Erreichbarkeit, die die SMS ermöglicht, da sie ja den Empfänger geräuschlos erreichen kann, z.B. in der Schule. Jüngere Jugendliche sind gegenüber älteren Jugendlichen aufgeschlossener für Hintergrundbilder, Klingeltöne und Spiele. Auch Werbung wird eher akzetiert. Gewinnspiele im Fernsehen werden angenommen. Gut gemachte Handywerbung in Form von kleinen Videos werden als Funvideos untereinander weitergegeben. Die Multimediafähigkeit der Handys wird gern genutzt, um einerseits Individualität auszudrücken, andererseits Gemeinschaft zu finden. Das Anbahnen und die Gestaltung von sozialen Kontakten ist für diese Altersgruppe besonders wichtig. Mit dem Handy ist es möglich, diese Bedürfnisse modern zu befriedigen. An dieser Stelle wird deutlich, dass das Handy nicht als Erziehungsinstrument missbraucht werden darf. Das Verhindern wichtiger sozialer Kontakte durch Handyentzug ist mit Sicherheit kein erfolgreiches Rezept für die Erziehungsgestaltung. (nach oben)
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Erwachsene sind selbstverständlich wie die anderen beiden Alterskategorien keine homogene Gruppe. Je älter Menschen in Deutschland sind, desto weniger handyaufgeschlossen sind sie. In Japan nutzen ältere Personen das Handy sehr vielfältig. Die Multimediafähigkeit der Handy wird ausgeschöpft. Deutsche Ältere dagegen nutzen das Handy im Moment eher in gewohnten Bahnen. Sie telefonieren hauptsächlich damit. Jüngere Erwachsene dagegen nutzen das Handy neben der Pflege der Sozialkontakte vor allem zur Organisation ihres privaten wie auch beruflichen Alltags, z.B. Terminverwaltung, Telefonnummern, EMails, Dokumente für Studium usw. Mittlerweile empfinden viele junge Erwachsene den Verlust des Handys als kleine persönliche Katastrophe. Die Kontaktdaten sind oftmals nicht woanders abgespeichert. Das Spielen mit dem Handy ist nicht mehr so wichtig. Dagegen ist die Nutzung von Informationsdiensten von größerem Interesse. (nach oben)
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