JIM 2007  Jugend und Geld   Handy und Gewalt  Forschungen Psychologie und Pädagogik 
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Handy und Gewalt - eine neue Studie

(dpa) - Etwa 43 Prozent der Jugendlichen haben bereits Gewalt- oder Porno-Videos auf Mobiltelefonen gesehen. "In manchen Risikogruppen ist Gewalt auf Handys ein Alltagsphänomen", sagte die Stuttgarter Kommunikationswissenschaftlerin Prof. Petra Grimm der Deutschen Presse-Agentur dpa.

Dargestellte und tatsächliche Gewalt seien in den Handyvideos vermischt. "Die Jugendlichen haben furchtbare Angst, selbst von Gewalttätern gefilmt und dadurch als Opfer abgestempelt zu werden." Grimm begründete diese Furcht mit der Verbreitung der Videos von Handy zu Handy und über das Internet.
In den vergangenen Jahren habe sich das "Mobile Bullying" ausgebreitet, bei dem Jugendliche in peinlichen Situationen aufgenommen werden, um die Bilder anschließend zu verbreiten. Als "Slapping" werden Grimm zufolge Videos bezeichnet, in denen Menschen ohne Grund geschlagen werden. Ebenfalls über Handy verbreitet werden unter dem Begriff "Snuffing" Aufnahmen von Morden und Vergewaltigungen. 93 Prozent der Jugendlichen haben der repräsentativen Umfrage zufolge bereits von solchen Videos gehört. "Diese verunsichernden Inhalte anzuschauen und weiterzugeben, ist eine Mutprobe", sagte Grimm. Es werde ein Tabu gebrochen - auch um sich von den Erwachsenen abzugrenzen. "Viele Kinder und Jugendliche können diese Bilder aber nicht verdauen und ängstigen sich."

Besonders weit verbreitet seien Gewaltdarstellungen auf den Handys von jungen Männern mit geringer Bildung. Den problematischen Videos könne man nur entgegenwirken, wenn das Thema in den Schulen angesprochen werde, sagte Grimm. Nachholbedarf bestehe auch in den Familien: "Die große Mehrheit der Eltern hat bisher überhaupt kein Interesse daran, was auf den Handys ihrer Kinder gespeichert ist."

Skeptisch äußerte sich die Kommunikationswissenschaftlerin zu Handyverboten an Schulen. "Ein von oben verordnetes Verbot hilft nicht", sagte Grimm. Gehe ein solcher Entschluss auf die Initiative von Jugendlichen zurück, könne er aber sinnvoll sein. Inzwischen sind auch Handys mit so genannter Jugendschutz-Funktion auf dem Markt: Empfang und Weitergabe von Gewalt- oder Porno-Filmen kann auf dem Gerät durch eine Sperre der Bluetooth- und Infrarot-Schnittstellen unterbunden werden.

Quelle: http://portal.gmx.net/

Informationen zum Buch über die Studie finden Sie hier.

Einen kleinen Kommentar finden Sie im Newsletter 5/07 der Landesstelle Kinder- und jugendschutz Sachsen-Anhalt e.V.

JIM 2007

Erste Ergebnisse der JIM-Studie 2007
Ein Viertel der jugendlichen Internetnutzer beteiligt sich aktiv am Web 2.0 und produziert mindestens mehrmals pro Woche eigene Inhalte, sei es durch das Einstellen von Bildern, Videos, Musikdateien oder das Verfassen von Blogs oder Newsgroupbeiträgen. Dies sind erste Ergebnisse der repräsentativen JIM-Studie 2007 des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest zum Medienverhalten 12- bis 19-Jähriger in Deutschland.

Ein aktuelles Buch erscheint demnächst zum Thema
"Web 2.0: Jugend online als pädagogische Herausforderung"
von Jürgen Ertelt, Franz Josef Röll (Hrsg.)

Darin wird ein Beitrag von Arnfried Böker erscheinen, in dem den Fragestellungen Web 2.0 und Handy, Gefahren und Chancen sowie Einbettung in pädagogisches Handeln nachgegangen wird.

JIM 2007 als Download direkt hier [531 KB] .

Jugend und Geld (2006)

Kinder, Jugendliche und Eltern können Handykosten sehr gut kontrollieren

In der neuen Ausgabe der Zeitschrift für Jugendschutz und Erziehung der Katholischen Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordrhein-Westfalen e.V. "Thema Jugend" (1/2007) befindet sich mit dem Beitrag "Kids und Geld" von Prof. Lange eine modifizierte Zusammenfassung der Studie "Jugend und Geld", die 2006 veröffentlicht wurde.

In diesem Artikel wird deutlich, wie Kinder und Jugendliche mit Geld umgehen, woher sie ihre einnahmen beziehen und wofür sie es wieder ausgeben. Das Thema Handy spielte in den Medien als Kostenfalle regelmäßig eine wichtige Rolle. Was die Handykosten angeht, existieren keine Unterschiede zwischen den Geschlechtern, sondern eher hinsichtlich des Alters. Lange kommt zu dem Schluss: "Nicht mehr darüber streiten kann man allerdings, dass sowohl Eltern als auch die Kinder und Jugendlichen inzwischen die Handykosten effektiv zu kontrollieren vermögen." Eltern und ihre Kinder hätten aus leidvollen Erfahrungen gelernt. Anbieter würden ihre Angebote entsprechend des öffentlichen Drucks modifizieren.

Erfahrungen aus der Praxis der Präventionsarbeit zum Thema Handy der Landesstelle Kinder- und Jugendschutz scheinen diese Ergebnisse zu belegen. Ausnahmen gibt es selbstverständlich hin und wieder. Bestimmte Lern-Erfahrungen (auch negative) machen die Kinder aber immer wieder neu. Deshalb ist und bleibt es wichtig, die Kinder im Umgang mit ihrem Handy zu begleiten und nicht allein zu lassen. Auf der Seite www.handywissen.info sind vielfältige Angebote gelistet, wie das Handy in pädagogische Settings einbezogen werden kann.

Die Studie "Jugend und Geld" können Sie direkt nachlesen. Laden Sie sich das 86-seitige Papier [2.998 KB] herunter.

(nach oben)

JIM 2006

Vorabinformationen zu neuen Forschungsergebnissen erschienen: JIM 2006. Hier [199 KB] können Sie sich das pdf-Dokument laden.

Eine kritische Reflexion der ersten Vorabinformationen hat Arnfried Böker anläßlich eines Newsletters der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz geschrieben. Das Dokument steht hier [102 KB] zur Verfügung.

Noch Neuer:
Der Medienpädagogische Forschungsverband hat die JIM 2006 veröffentlicht. Hintergrundinformationen erhalten Sie hier. Die Studie können Sie als PDF [349 KB] direkt laden.

Beispieldaten aus der JIM 2006

     
 


JIM-Studie 2005

"Der Medienpädagogische Forschungsverbund Südwest ist ein Kooperationsprojekt zwischen Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg und der Landeszentrale für Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz. Ein Ziel des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest und seiner Ansprechpartner liegt in der Belebung und Versachlichung der medienpädagogischen Diskussion. Dies umfaßt die Bereitstellung aktueller Daten, die Dokumentation von Materialien zum Thema "Umgang mit Medien" und schließlich der Erarbeitung von Vorschlägen, die zu einem bewußten Umgang mit den Medien beitragen können.

Seit 1998 wird mit der JIM-Studie im jährlichen Turnus eine Basisstudie zum Umgang von12- bis 19-Jährigen mit Medien und Information durchgeführt. Neben einer aktuellen Standortbestimmung sollen die Daten zur Erarbeitung von Strategien und Ansatzpunkte für neue Konzepte in den Bereichen Bildung, Kultur und Arbeit dienen. Die JIM-Studie ist als Langzeitprojekt angelegt. So werden einerseits allgemeine Entwicklungen und Trends kontinuierlich abgebildet und dokumentiert, gleichzeitig werden in den den einzelnen Untersuchungen spezifische Fragestellungen realisiert, um aktuelle Medienentwicklungen aufzugreifen." (Quelle: www.mpfs.de)

Hier einige Daten zum Thema Handy:



Weitere interessante Daten kann man sich von der Seite des Medienpädagogischen Forschungsverbandes Südwest (mpfs) downloaden. Befragungen von Schülern in NRW finden regelmäßig statt. Heise-online hat im September diese Meldung herausgegeben. (nach oben)

Mobile Kommunikation

Ende 2005 erschien das Buch "Mobile Kommunikation, Perspektiven und Forschungsfelder" (ISBN 3-631-51542-1). Die Herausgeber Joachim R. Höflich und Julian Gebhardt haben verschiedene Wissenschaftler gebeten, den jeweiligen Forschungsstand zum Thema "Mobile Kommunikation" zu diskutieren.

Auf der Seite der Universität Erfurt findet sich die Buchankündigung mit folgendem Text:
"Innerhalb kürzester Zeit ist das Mobiltelefon als Ausdruck umfassender Entwicklungen der Mediatisierung, Mobilität und Individualisierung zu einem festen, ja sogar als unentbehrlich empfundenen Bestandteil der Alltagskommunikation geworden. Die damit verbundenen kommunikativen, sozialen und gesellschaftlichen Wandlungsprozesse zu untersuchen ist die genuine Aufgabe einer integrativen Kommunikationswissenschaft. In diesem Sinne beschäftigen sich im vorliegenden Band renommierte in- und ausländische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus verschiedenen Perspektiven mit der Mobilkommunikation und präsentieren Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit."

Besonders interessant für Praktiker sind auch die beiden Beiträge von Frau Prof. Nicola Döring "Psychologische Aspekte der Mobilkommunikation" und "Pädagogische Aspekte der Mobilkommunikation". Hier wird nicht nur der derzeitige Forschungsstand dargestellt, sondern es werden auch zukünftige Aufgaben und Forschungsschwerpunkte diskutiert (siehe nächster Abschnitt). (nach oben)

Forschungen Psychologie und Pädagogik

Prau Prof. Döring von der TU Ilmenau hat interessante Forschungsergebnisse erarbeitet, die für pädagogisch Tätige im Zusammenhang mit der Handynutzung sehr interessant sind. Sie hat beispielsweise Begriffsdefinitionen online zur Verfügung gestellt: Pädagogik / Erziehungswissenschaft - Mobilkommunikation, Medienkunde - Mobilkommunikation, Medienerziehung - Mobilkommunikation und Mediendidaktik - Mobilkommunikation. Als Ausblick folgendes Zitat aus diesem Beitrag: "In der Medienkunde, der Medienerziehung und der Mediendidaktik zur Mobilkommunikation sind in Zukunft weitere Konzepte, Materialien, Pilotprojekte und vor allem auch systematische empirische Evaluationen notwendig, um die bildungsbezogenen Chancen der neuen mobilen Medientechnologien auszuschöpfen und den Gefahren wirksam entgegen zu treten."

Sie arbeitet u.a. zu den Themen "Mobilkommunikation aus psychologischer Sicht", "Mobile Imaging: Nutzung und Bedeutung der Handy-Kamera", "Nutzungsszenarien für Mobilfunktnetze der 4. Generation", "Handy-Risiken und Handy-Kompetenz" und "Männer- und Frauenbilder in der Mobilfunkwerbung".

Aktuelle und aussagekräftige Forschungsergebnisse zu Fragen der Handynutzung durch Kinder und Jugendliche hat Frau Prof. Döring in einem Beitrag "Handy-Kids - Wozu brauchen sie das Mobiltelefon" im Buch "Machen Computer dumm?" von Dittler und Hoyer veröffentlicht. Außerdem bietet sie wichtige Schlussfolgerungen an. Den Beitrag kann man direkt downloaden (161 kb) [161 KB] . (Quelle: Informationszentrum Mobilfunk)

Weitere Informationen finden Sie auf ihrer Homepage. (nach oben)

Informationszentrum Mobilfunk

Das Informationszentrum Mobilfunk e. V. (IZMF) ist als Brancheninitiative deutscher Mobilfunknetzbetreibern 2001 in Berlin gegründet worden. Es bietet sich als Ansprechpartner bei Fragen zur mobilen Kommunikationan.

Mittlerweile ist diese Seite mit den vielfältigsten Informationen zum Thema Mobilfunk ausgestattet. Unter Daten und Fakten sind diverse aktuelle Studien zu verschiedenen Themenbereichen veröffentlicht. Die Mibilfunkwirtschaft versucht mit diesem Angebot Fragen zu beantworten und Unsicherheiten durch Information zu begegnen.

Um sich ein Bild zu Möglichkeiten und Gefährdungen des Mobilfunks zu machen, müssen immer verschiedene Sichtweisen miteinander abgeglichen werden. Der interessierten Nutzer braucht nach wie vor ein gewisses Maß an Kritikfähigkeit. (nach oben)

Mobilfunkwirtschaft

Interessant sind die Daten, die die Mobilfunkwirtschaft erheben und als Grundlage für ihre Angebotsweiterentwicklung nutzen. Die Autoren Alexander Oswald und Gerald Tauchner haben das Buch "Mobile Marketing" (ISBN 3-7093-0044-4) im Jahr 2005 veröffentlicht. Darin wird beschrieben, wie sich der Mobilfunkmarkt entwickeln wird und welche Marketingstrategien unter welchen Rahmenbedingungen wahrscheinlich erfolgreich Anwendung finden werden. Das ist besonders interessant für Pädagogen, da man möglicherweise Nutzungsrisiken hinsichtlich der Kinder- und Jiugendlichen erkennen kann. Besonders seien hier Beispiele genannt wie Fernsehen per Handy, Werbung - Crossmedia, Gewinnspiele, Premiumdienste (Premium-SMS...), gezielte Kundenansprache und das Anlegen von Kundenprofilen zum Zwecke, die Kaufgewohnheiten besser einschätzen zu können. (nach oben)