Das Handy mit Pädagogik in Zusammenhang zu bringen, ist für viele wenig nachvollziehbar. Es gibt bis jetzt noch keine Kinder- und Jugendbewegung, die gefordert hätte: Handy in die Pädagogik. Aber auch für viele pädagogisch Tätige ist das Handy eher etwas, mit dem sie lieber nicht so viel zu tun haben möchten. Und dennoch beschäftigten sich schon vor über fünf Jahren pädagogische Aktivisten, um das neue Medium in ihren Arbeitszusammenhängen zu nutzen. Das Handy wurde für viele Schüler Thema von Aufsätzen. Die Mobilfunkbranche erarbeitete mit Pädagogen Unterrichtsmaterialien, damit Schüler Funktionsweisen und Hintergründe des mobilen Telefonierens nachvollziehen können. Medienpädagogen experimentierten früh, was man mit dem Handy alles machen könnte, entwickelten Rallyes und stellten Übungen mit den Textfunktionen zusammen. Musiklehrer schauten, ob das Klingeltoninteresse nicht für den Unterricht genutzt werden könnte. Verbraucherschutzorganisationen und Schuldnerberatungsstellen entwickelten in den letzten Jahren Seminarmaterialien, um problematische Handynutzung mit jungen Menschen zu bearbeiten.

Und diese Seite, handywissen.info, wird aus Sicht des Kinder- und Jugendschutzes entwickelt. Dabei geht es um Risiken in Bezug auf die Handynutzung, aber auch um Chancen und damit auch Präventionsmöglichkeiten. Prävention, die interessant, spannend und unterhaltend sein kann.

Spiele für Erziehungsarbeit zu nutzen, ist zwar noch etwas Besonderes, aber mittlerweile fachlich begrüßt. Das Motto des 2006-Spielmarktes in Remscheid lautet: "Spielen ist Bildung von Anfang an". Und weil bekannt ist, dass Erwachsene zum Thema Spiel manchmal etwas Berührungsängste haben, wurde neben die Rubrik Spielpädagogik der Bereich Medienpädagogik gestellt. Pädagogisch Tätige, die lieber spielen, finden sich in der Spielpädagogik wieder. Andere, die sich eher über die Technik zur Pädagogik rund um das Handy wagen, können sich in der Rubrik Medienpädagogik zu Hause fühlen. Aber im Ernst: Sie werden keine der Bereiche in Reinkultur entwickeln können. Die pädagogische Arbeit mit dem Handy und zu Handythemen ohne spielerische Übungen wird nicht zum Erfolg führen. Und Pädagogen, die mit dem Handy spielen wollen oder spielerisch Handythemen bearbeiten, kommen ohne die technischen Aspekte nicht aus.

Spielpädagogik

Mit dem Handy zu spielen, bedeutet für viele, die installierten Spiele des Handys zu nutzen. Das ist hier nicht gemeint. Spielpädagogik im Kontext des Handys meint, spielerische Übungen, teils direkt mit dem Handy, zur Erreichung eines pädagogischen Ziels einzusetzen. Das Handy wird bewusst und reflektiert im Sinne von beabsichtigter Wirkung eingesetzt. Oder das Handy steht als Thema im Mittelpunkt des Spiels, der Übung. Dabei wird einerseits das Gerät Handy zum Spielen genutzt, so wie man vielleicht auch einen Ball nehmen könnte. Andererseits werden aber auch die Funktionen genutzt, die uns Handys bieten. Das können sein: die Textfunktion, die Klingeltonfunktion, der Wecker oder oder ... Im Buch "Spiel-Spaß-Wissen - Das Handy-Spielebuch" sind viele Spielanleitungen zusammengetragen.

1. Beispiel - aus der Kategorie Kennenlernen:
Erkenne die Mitspieler
Jeder Mitspieler erzählt etwas über sich, z.B. Hobbys, Musikgeschmack, Lieblingstier usw. Das passiert mit verstellter Stimme, ggf. mit einem Dialekt und wird auf das Handy aufgenommen. In einer gemeinsamen Runde werden die Passagen abgespielt und man kann die Urheber erraten.

2. Beispiel - aus der Kategorie Spiele zur Auflockerung:
Volle 100
Für dieses Spiel für zwei Spieler nimmt man den Rechner des Handys. Ein Mitspieler tippt eine Zahl zwischen 1 und 10 in den Rechner und sagt sie dem anderen Mitspieler, der diese Zahl dann bei sich eintippt. Der zweite Spieler nennt nun eine weitere Zahl zwischen 1 und 10 und addiert sie dazu. So geht es abwechselnd immer weiter. Der Spieler, der direkt auf die Zahl 100 kommt, hat gewonnen. Das Ziel 100 ist für den immer erreichbar, der zuvor auf 89 gelangt ist. Denn der Mitspieler kann mit der höchsten erlaubten Zahl ja nur auf 99 kommen. Die kleinste Mindestzahl ist dann die 1, die zur 100 führt. Die Zahl 89 ist mit gleicher Sicherheit von 78, die 78 von 67, die 67 von 56 usw. zu erreichen.

Medienpädagogik

In der Medienpädagogik, geht es nicht allein um das Lernen der Bedienung des Handys. Das können die Kinder oftmals sehr gut selbst. Medienpädagogik mit dem Handy oder medienpädagogisches Arbeiten zum Thema Handy meint hier, das Initieren von pädagogischen Prozessen zum kreativen, aber auch kritischen Umgang mit dem Handy.

1. Anregung:
Gute Seiten - Schlechte Seiten
Die Kinder werden in Teams eingeteilt. Jedes Team erhält die Aufgabe, Fotos mit dem Handy zu erstellen. Zum Beispiel sollten im Stadtviertel kinderfreundliche Flächen und / oder Einrichtungen fotografiert und auch eher kinderunfreundliche Gegebenheiten mit dem Fotohandy dokumentiert werden. Die Fotos können dann im Jugendklub, vor der Sitzung des Jugendhilfeausschusses oder beim Elternabend präsentiert werden. Auch eine Homepage oder ein Fotocomic sind denkbar. Und lassen Sie sich nicht täuschen. Es gibt mittlerweile Fotohandys mit 2-Megapixel-Kameras.

2. Anregung:
Handy-Foto --> Puzzle
Das Kind schießt ein Foto. Das Foto wird per Infrarot oder Bluetooth auf den Computer übertragen. Dort haben Sie bereits ein Freewareprogramm (siehe Softwaretipps) installiert, das es ermöglicht, dass das Kind dieses gerade fotografierte Motiv in ein Puzzle verwandelt und direkt spielen kann. Sie können ein Bild von Kindern puzzlen, die ihre eigenen Klingeltöne selbst produzieren (exe-Datei, die mit dem Puzzlecreator erstellt wurde) hier [282 KB] .

3. Anregung:
Handyvideos
Moderne Handys können Videos aufnehmen und abspielen, teilweise direkt im Handy bearbeiten. Aber auch mit Fotohandys lassen sich einfache Videos erstellen. Überlegen Sie sich eine Filmstorie, fotografieren Sie die Szenen (mit Menschen oder auch kleinen Ü-Eierfiguren z.B.) und bringen Sie die Fotos auf einen Computer. Dort können Sie die Bilder in ein Videobearbeitungsprogramm einfügen, legen Musik unter und schon ist Ihr Video fertig. Mit einem speziellen Programm (siehe Softwaretipps) wandeln Sie das Material in ein Format um, das Handys verstehen.

4. Anregung:
Fotogeschichte Handyherz
Ein Beispiel einer Fotogeschichte, die mit Ton untersetzt ist (exe-Datei, mit Media-Show erstellt,--> bitte umblättern jeweils mit einem Mausklick) hier [2.057 KB] .